Prozessdetails: MetallAluminium-mix-DE-2030

1.1 Beschreibung

Mix zur Aufteilung der Primäraluminiumherstellung bezgl. Nachfrage BRD.
Allokation: keine
Genese der Daten: Aus #1 geht hervor, daß im Jahr 1994 die Primäraluminiumproduktion der Bundesrepublik (ca. 0,5 Mio t) nur ein Drittel des inländischen Verbrauchs (ca. 1,5 Mio t) abdeckte. Die Statistik zeigt ferner, daß die Direktimporte der BRD von Primäraluminium auf mehrere Dutzend Länder verteilt sind, wobei ein Schwerpunkt auf West- und Osteuropa liegt. Von einer Berücksichtigung der Primärproduktion dieser Staaten wurde Abstand genommen, da Europa (ohne östliche Staaten) als Ganzes ca. 2 Mio t weniger Primäraluminium produziert als selbst verbraucht, d.h. Nettoimportregion für Primäraluminium ist (Metallstatistik 1995). Aus diesem Grund wurde für die Zusammensetzung des Primäraluminiumdispatchers in GEMIS ein anderes Vorgehen gewählt. Neben der Berücksichtigung der Eigenproduktion der BRD (33 %) werden die Staaten bzw. Staatengruppen herangezogen, welche die wichtigsten Nettoexporteure von Primäraluminium auf dem Weltmarkt sind. Es sind dies mit den folgenden Nettoexporten im Jahr 1994 (nach Abzug der Primäralumiumimporte der Staaten):
Norwegen 0,66 Mio t
GUS 2,40 Mio t
Australien 0,94 Mio t
Tropen 1,35 Mio t
Unter Tropen sind Brasilien, Venezuela sowie Schwarzafrika zusammengefaßt. Kanada wurde als Nettoexporteur nicht berücksichtigt, da es im wesentlichen die Unterversorgung der USA bei Primäraluminium deckt. Die durch Eigenproduktion ungedeckte Nachfrage der BRD nach Primäraluminium von 67 % wird im Dispatcher entspechend dem Gewicht der oben aufgeführten Weltnettoexporteure ausgedrückt. Der Dispatcher für die Primäraluminiumproduktion setzt sich wie folgt zusammmen:
BRD 33%
GUS 30%
Australien 12%
Tropen 17%
Norwegen 8%

1.2 Referenzen

  1. Metallstatistik 1995: Metallstatistik, 82. Jhg. (1984-1994), World Bureau of Metal Statistics, Ware, England
  2. Originaldokumentation von 'MetallAluminium-mix-DE-2030'

1.3 ProBas-Anmerkungen

Kurzinfo: Datensatz aus GEMIS. Negative Werte durch Gutschriftenrechnung. Werte des Prozesses in Spalte ‚Prozess direkt’, Werte des Prozesses einschließlich Vorkette in Spalte ‚Prozess inkl. Vorkette’. Weiter…

GEMIS steht für „Globales Emissions-Modell Integrierter Systeme&“; es ist ein Softwaretool des Öko-Instituts. GEMIS wurde 1987 erstmals angewendet und wird seitdem weiterentwickelt.

Die GEMIS-Datensätze beruhen - je nach Anwendung - auf unterschiedlichen Methoden; auch der zeitliche und der örtliche Bezug der Datensätze sind verschieden.

Methode bei Prozessen mit mehreren Outputs:

Zur Modellierung der Datensätze zu Multi-Output Prozessen wird in GEMIS die Methode der Systemerweiterung verwendet. Hierbei werden Datensätze, in denen jeweils alle Inputs, alle Outputs und alle Umweltaspekte eines Multi-Output Prozesses ausgewiesen sind, als „Brutto&“ bezeichnet. Durch Subtraktion von ‚Bonus’-Prozessen, die jeweils einen der Outputs auf herkömmliche Weise bereitstellen, entsteht ein Nettoprozess, in denen das substituierte Nebenprodukt als Gutschrift erscheint. Die Gutschrift ist dabei kein realer Output des Prozesses, sondern ein rechnerischer ‚Merker’.

Beispiel (s.a. Bild 1):

Multi-Output Prozess Biogas-BZ-MC-HKW-D-2020/brutto: Output ist 1 TJ Elektrizität und 0,6 TJ Wärme, der „Netto&“-Datensatz soll sich aber nur auf die Elektrizität beziehen. Durch Subtraktion des Bonusprozesses Wärme-Bonus-Gas-Hzg-D-2020 mit dem Output Wärme(0,6 TJ) entsteht der „Netto&“-Datensatz Biogas-BZ-MC-HKW-D-2020/Gas, für den als Output 1 TJ Elektrizität und 0,6 TJ ‚Gutschrift Wärme-Bonus-für-KWK (Bio)-2020 bei Wärme-Bonus-Gas-Hzg-D-2020’ angegeben werden; die Gutschrift stellt keinen Stoff- oder Energiefluss des Prozesses dar, sie ist allein rechnerisch begründet.

Bild 1: Beispiel zur GEMIS-Methode der Gutschriftsrechnung / Systemerweiterung

Transport:

Angaben zu den angesetzten Transportdistanzen werden nicht gegeben.

Abschneidekriterien:

Wasser wird in der Regel nur auf der Inputseite angegeben (etwa als Kühlwasser), auch wenn es den Prozess wieder verlässt als Abwasser.
Weitere Angaben zu angewendeten Abschneidekriterien werden nicht gegeben.

Besondere Nomenklatur:

Zahlreiche Abkürzungen für Brennstoffe aus Biomasse und entsprechende Technologien, siehe Glossar #link#.

Besonderheiten auf Datensatzebene:

Die Datensätze sind mit Vorketten-Datensätzen verknüpft, in denen die jeweils benötigten Vorprodukte, Energien und Transportleistungen erzeugt werden. Die Daten zu den Umweltaspekten werden erstens „direkt&“ (d.h., nur aus dem jeweiligen Prozess, falls dieser direkt zu Umweltaspekten beiträgt) als auch „mit Vorkette&“ (d.h., einschließlich aller vorausgehenden Prozesse) ausgewiesen.
Negative Werte für Stoffflüsse kommen in GEMIS regelmäßig vor; sie entstehen durch die Anwendung von Systemerweiterung (#link auf Systemerweiterung oben) um Multi-Output Prozesse in Single Output Prozesse umzurechnen.
Teilweise werden Aufwendungen für Produktionsmittel (Anlagen, Fahrzeuge etc.) aufgeführt (als Stoffflüsse im Input); diese sind jedoch nicht auf die funktionelle Einheit bezogen, sondern werden als absolute Werte angegeben; sie werden nur als Input und nicht als Output (Entsorgung der Betriebsmittel) angegeben.
Die durch die Herstellung dieser Produktionsmittel verursachten Umweltaspekte sind dagegen über Leistung, jährliche Auslastung und Lebensdauer auf die funktionelle Einheit bezogen

Weiterführende Hinweise und Literatur:

#1: Fritsche, U.R., Schmidt, K.: Globales Emissions-Modell Integrierter Systeme (GEMIS), Version 4.2, Handbuch, Darmstadt, August 2004.
#2: Fritsche, U.R., Schmidt, K.: Globales Emissions-Modell Integrierter Systeme (GEMIS), Version 4.1, Handbuch, Darmstadt, Darmstadt, Januar 2003.
#3: Fritsche, U., et al.: Stoffstromanalyse zur nachhaltigen energetischen Nutzung von Biomasse, Verbundprojekt gefördert vom BMU im Rahmen des ZIP, Projektträger: FZ Jülich, Mai 2004, Anhangband zum Endbericht.
#4: Fritsche, U., et al.: Umweltanalyse von Energie-, Transport- und Stoffsystemen: Gesamt-Emissions-Modell integrierter Systeme (GEMIS) Version 2.1 - erweiterter und aktualisierter Endbericht, U. Fritsche u.a., i.A. des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Bundesangelegenheiten (HMUEB), veröffentlicht durch HMUEB, Wiesbaden 1995

Website: http://www.gemis.de

1.4 Weitere Metadaten

Quelle Öko-Institut
Projekte -
Bearbeitet durch IINAS - International Institute for Sustainability Analysis
Datensatzprüfung nein
Ortsbezug Deutschland
Zeitbezug 2030

1.5 Technische Kennwerte

Funktionelle Einheit 1 kg Aluminium

Funktionelle Einheit ist »1 kg Aluminium«.

Inputs - Aufwendungen für den Prozess

Input Aus Vorprozess Menge Einheit
Aluminium MetallAluminium-DE-2030 0,2 kg
Aluminium MetallAluminium-RU-2030 0,25 kg
Aluminium MetallAluminium-AU-2030 0,2 kg
Aluminium MetallAluminium-Tropen 0,25 kg
Aluminium MetallAluminium-NO-2030 0,1 kg

Outputs

Output Menge Einheit
Aluminium 1 kg
Zum Seitenanfang

Funktionelle Einheit ist »1 kg Aluminium«.

Ressourcen

Ressource inkl. Vorkette Einheit
Abwärme -194*10-15 TJ
Atomkraft 8,84*10-6 TJ
Biomasse-Anbau 736*10-9 TJ
Biomasse-Anbau 0,000217 kg
Biomasse-Reststoffe 80,3*10-6 kg
Biomasse-Reststoffe 2,66*10-6 TJ
Braunkohle 3,04*10-6 TJ
Eisen-Schrott 0,011 kg
Erdgas 35,5*10-6 TJ
Erdgas 0,00181 kg
Erdöl 24,5*10-6 TJ
Erdöl 0,000922 kg
Erze 4,69 kg
Fe-Schrott 18,1*10-9 kg
Geothermie 277*10-9 TJ
Luft 0,00238 kg
Mineralien 0,494 kg
Müll 3,45*10-6 TJ
NE-Schrott 0,000156 kg
Sekundärrohstoffe 0,462 kg
Sekundärrohstoffe -208*10-9 TJ
Sonne 1,54*10-6 TJ
Steinkohle 33,3*10-6 TJ
Wasser 39,5 kg
Wasserkraft 22*10-6 TJ
Wind 4,3*10-6 TJ

Ressourcen (Aggregierte Werte, KEA, KEV, KRA)

Ressource inkl. Vorkette Einheit
KEA-andere 3,24*10-6 TJ
KEA-erneuerbar 31,6*10-6 TJ
KEA-nichterneuerbar 0,000105 TJ
KEV-andere 3,24*10-6 TJ
KEV-erneuerbar 31,6*10-6 TJ
KEV-nichterneuerbar 0,000105 TJ

Luftemissionen

Luftemission inkl. Vorkette Einheit
As (Luft) 8,69*10-9 kg
Cd (Luft) 11*10-9 kg
CH4 0,0615 kg
CO 0,147 kg
CO2 10,2 kg
Cr (Luft) 24,3*10-9 kg
H2S 164*10-9 kg
HCl 0,000381 kg
HF 0,000781 kg
HFC-125 0 kg
HFC-134 0 kg
HFC-134a 0 kg
HFC-143 0 kg
HFC-143a 0 kg
HFC-152a 0 kg
HFC-227 0 kg
HFC-23 0 kg
HFC-236 0 kg
HFC-245 0 kg
HFC-32 0 kg
HFC-43-10mee 0 kg
Hg (Luft) 16,7*10-9 kg
N2O 0,000333 kg
NH3 27,7*10-6 kg
Ni (Luft) 52,3*10-9 kg
NMVOC 0,00127 kg
NOx 0,0184 kg
PAH (Luft) 5,28*10-12 kg
Pb (Luft) 145*10-9 kg
PCDD/F (Luft) 131*10-15 kg
Perfluoraethan 57,8*10-6 kg
Perfluorbutan 0 kg
Perfluorcyclobutan 0 kg
Perfluorhexan 0 kg
Perfluormethan 0,00045 kg
Perfluorpentan 0 kg
Perfluorpropan 0 kg
SF6 0 kg
SO2 0,0467 kg
Staub 0,0323 kg

Luftemissionen (Aggregierte Werte, TOPP-Äquivalent, SO2-Äquivalent, inkl. Vorkette)

Luftemission inkl. Vorkette Einheit
CO2-Äquivalent 15,9 kg
SO2-Äquivalent 0,0611 kg
TOPP-Äquivalent 0,0407 kg

Gewässereinleitungen

Gewässereinleitung inkl. Vorkette Einheit
anorg. Salze k.A. kg
AOX k.A. kg
As (Abwasser) 510*10-15 kg
BSB5 k.A. kg
Cd (Abwasser) 1,24*10-12 kg
Cr (Abwasser) 1,23*10-12 kg
CSB k.A. kg
Hg (Abwasser) 622*10-15 kg
Müll-atomar (hochaktiv) 3,9*10-6 kg
N k.A. kg
P k.A. kg
Pb (Abwasser) 8,12*10-12 kg
Zum Seitenanfang